Seit mehreren Monaten zeigt Google Maps an, wenn Betreiber von Hotels oder Restaurants negative Bewertungen durchsetzen lassen. In Hessen greifen immer mehr Gaststätten zu dieser Maßnahme, um ihr Online-Image zu schützen. Die Funktion, die seit Einführung für Aufsehen sorgt, macht deutlich, wenn ein Eintrag auf Wunsch des Unternehmens gelöscht wurde – ein kleiner Hinweis erscheint direkt neben der betroffenen Rezension.
Betroffene Betriebe argumentieren, dass manche Bewertungen unfair, veraltet oder sogar rechtswidrig seien. Besonders dann, wenn sie auf Streit mit Gästen beruhten oder beleidigende Formulierungen enthielten, sei ein Löschantrag gerechtfertigt. Dennoch sorgt die Praxis für Diskussionen: Kritiker warnen davor, dass durch massive Löschungen ein verzerrtes Bild entstehe und Verbraucher schlechter informiert seien.
Branchenverbände in Hessen beobachten die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Einerseits sei der Schutz vor Hetze und Falschbehauptungen wichtig, andererseits müssten Betriebe weiterhin einer ehrlichen Kundenmeinung ausgesetzt sein. Google betont, dass nur Bewertungen entfernt würden, die gegen die Richtlinien verstoßen – jedoch liege die Initiative bei den Unternehmern, solche Fälle zu melden.
Verbraucherschützer raten daher, bei ungewöhnlich wenigen oder ausnahmslos positiven Bewertungen besonders aufmerksam zu sein. Die Transparenz durch den Löschhinweis sei ein wichtiger Schritt, aber kein vollständiger Ersatz für kritisches Hinterfragen. In Hessen zeigen sich vor allem Betriebe in touristisch stark frequentierten Regionen wie Wiesbaden, Frankfurt oder dem Taunus aktiver beim Management ihrer Online-Reputation.
Quellen: FAZ Online