Ulm feiert Schwörmontag: Tausende bei traditioneller Donau-Stadtfeier

In Ulm ist am Montagmorgen der Montag zum heißesten Tag des Jahres geworden – zumindest im kulturellen Kalender. Mit dem Schwörmontag feierte die Stadt ihre jährliche Tradition, bei der der reguläre Arbeitstag ausgesetzt wird, um gemeinsam Stadtgeschichte und Gemeinsinn zu feiern. Tausende Ulmer und Besucher aus der Region trafen sich entlang der Donau, viele in Badehose oder auf selbstgebauten Flößen, um den ungewöhnlichen Feiertag zu genießen.

Der Schwörmontag geht auf eine mittelalterliche Bürgereid-Tradition zurück, bei der die Bürger der Stadt ihrem Rat Treue schworen. Heute ist daraus ein buntes Volksfest geworden: Mit Musik, regionalen Spezialitäten und vor allem einer gigantischen Wasserschlacht zwischen den Schiffen und dem Ufer wird die Donau zum Bühne für Humor und Lokalstolz. Schulen und viele Unternehmen haben an diesem Tag geschlossen, die Stadtverwaltung organisiert seit Jahrzehnten die Feierlichkeiten.

Die Polizei meldete einen friedlichen Ablauf: Keine größeren Vorfälle, lediglich einige nasse Füße und verspätete Heimkehrer. Der Schwörmontag wird alle zwei Jahre begangen, seit 1481 offiziell belegt – und ist damit eine der ältesten städtischen Traditionen Deutschlands. Für Ulm bleibt der Montag nach dem 1. Juli ein klarer Gegenentwurf zum Alltag – ein Tag, an dem die Stadt ihre Identität feiert, mitten im Wasser und mitten im Leben.

Quellen: Der Tagesspiegel (DE, 20.07.2026 15:25)