Der sambische Journalist MacPherson Mukuka wurde vier Tage lang in Haft gehalten, nachdem er eine geheime Audioaufnahme veröffentlicht hatte, die möglicherweise Missstände im politischen Umfeld aufdeckt. Die Festnahme erfolgte kurz vor den anstehenden nationalen Wahlen und wirft erneut Fragen zur Pressefreiheit im südlichen Afrika auf. Die Behörden beschuldigen Mukuka, gegen das sambische Cyber Security Act verstoßen zu haben, der Missbrauch digitaler Medien unter Strafe stellt.
Die Committee to Protect Journalists (CPJ) hat nun die zambischen Behörden aufgefordert, Mukuka unverzüglich freizulassen und die strafrechtliche Verfolgung einzustellen. „Die strafrechtliche Verfolgung von Journalisten für die Berichterstattung im öffentlichen Interesse unterminiert die Demokratie, besonders in einer Wahlperiode“, erklärte die Organisation. Die CPJ betont, dass investigative Recherchen wie Mukukas Beitrag zur Aufklärung und Transparenz beitragen müssten – nicht aber mit Inhaftierung geahndet werden sollten.
Die Veröffentlichung der Audioaufnahme hat in den letzten Tagen für starke öffentliche Diskussionen im Land gesorgt. Unklar ist bisher, welche konkreten Inhalte die Aufnahme enthält und wer darauf zu hören ist. Kritiker befürchten jedoch, dass die Anwendung des Cyber Security Act gezielt dazu genutzt wird, unbequeme Stimmen aus der Berichterstattung zu verdrängen, während die Regierung die Vorbereitungen auf die Wahlen vorantreibt.
Beobachter warnen vor einer Eskalation im Vorfeld der Abstimmung, wenn journalistische Arbeit zunehmend kriminalisiert wird. Sambia, das in den letzten Jahren als einer der vergleichsweise stabilen Demokratien in der Region galt, steht damit unter wachsender internationalem Druck, seine Verpflichtungen zur Meinungs- und Pressefreiheit einzuhalten.
Quellen: AllAfrica – Southern Africa