Klage gegen Kassenärztliche Vereinigung Hessen wegen millionenschwerer Investmentverluste

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) muss sich aktuell einer schweren Vorwürfe erwehren: Nach Recherchen wurden millionenschwere Verluste bei Kapitalanlagen bekannt, obwohl die KVH rechtlich verpflichtet ist, Beitragsgelder ausschließlich sicher und risikoarm anzulegen. Die Mittel stammen aus Beiträgen der Versicherten und sollten zur Stabilisierung der ärztlichen Versorgung in Hessen dienen.

Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde nun eine Klage eingereicht, die die fehlerhaften Anlageentscheidungen thematisiert. Es wird vermutet, dass die KVH über einen längeren Zeitraum in Anlageformen investiert hat, die als zu spekulativ gelten und gegen die Vorgaben des Sozialgesetzbuchs verstoßen. Die genaue Höhe der Verluste wird derzeit noch geprüft, jedoch sprechen erste Schätzungen von mehreren Millionen Euro.

Die Aufsichtsbehörden sowie die hessische Gesundheitspolitik reagieren alarmiert. „Wenn diese Vorwürfe zutreffen, ist das ein massiver Vertrauensbruch gegenüber den Beitragszahlern“, erklärte ein Sprecher des hessischen Sozialministeriums. Die KVH hat bisher keine umfassende Stellungnahme abgegeben, betont jedoch, interne Prüfungen eingeleitet zu haben.

Die Affäre könnte weitreichende Konsequenzen für die Glaubwürdigkeit der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen in Hessen haben. Auch auf Bundesebene wird das Thema mit Sorge beobachtet, da die KVH als Vorbild für andere Bundesländer gilt. Eine unabhängige Sonderprüfung wird gefordert.

Quellen: FAZ Online