Präsidentin Netumbo Nandi-Ndaitwah hat einen tiefgreifenden Wandel in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Namibia und Südafrika gefordert. Statt auf den reinen Rohstoffexport zu setzen, solle künftig verstärkt in industrielle Kooperation, gemeinsame Wertschöpfung und regionale Fertigung investiert werden. Ziel sei es, Arbeitsplätze zu schaffen, die wirtschaftliche Diversifizierung voranzutreiben und die Abhängigkeit von Importen zu verringern.
„Unsere Beziehung darf nicht länger nur auf dem Austausch von Rohstoffen basieren“, betonte Nandi-Ndaitwah in einer jüngsten Ansprache. „Wir müssen gemeinsam Fabriken aufbauen, Technologien teilen und lokale Märkte stärken.“ Die Präsidentin sieht in der industriellen Partnerschaft mit Südafrika, Namibias wichtigstem Handelspartner, eine Schlüsselchance für strukturelle Wachstumsimpulse. Insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien, Bergbauverarbeitung und Lebensmittelproduktion sieht sie großes Potenzial.
Experten begrüßen die Initiative, warnen aber vor regulatorischen Hürden und ungleichen Wettbewerbsbedingungen. Um die Vision umzusetzen, wären Investitionen in Infrastruktur, Berufsbildung und regionale Lieferketten notwendig. Die Regierung kündigte an, in den kommenden Monaten konkrete Kooperationsplattformen mit südafrikanischen Behörden und Wirtschaftsverbänden einzurichten. Die Debatte markiert eine klare strategische Neuausrichtung in der Außenwirtschaftspolitik Namibias.
Quellen: AllAfrica – South Africa