In Berlin-Neukölln zeichnet sich eine aufgeheizte Debatte um den geplanten Abriss mehrerer Schulgebäude ab. Ab 2026 sollen laut Bezirksplanung marode oder sanierungsbedürftige Schulbauten abgerissen werden, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Doch die Ankündigung stößt bei Elternschaft und Schulleitungen auf massive Kritik. Viele befürchten Unterrichtsausfall, lange Umwege für Schülerinnen und Schüler sowie mangelnde Transparenz bei der Planung.
Der Bezirk hat bereits versucht, die Lage zu entschärfen, und versichert, dass alle betroffenen Schulen in angemessener Nähe weiter unterrichten könnten – etwa in Modulbauten oder ausgelagerten Räumlichkeiten. Doch diese Versprechen überzeugen vor Ort nur wenig. Eltern fühlen sich nicht ausreichend einbezogen und monieren, dass konkrete Details wie Umzugspläne, zeitliche Abläufe oder pädagogische Konzepte für den Übergang fehlten. „Wir sollen Vertrauen haben, aber bekommen keinerlei Sicherheit“, kritisierte eine Mutter im Tagesspiegel.
Einige Schulen befürchten zudem, durch den Abriss in ihrer Identität getroffen zu werden – gerade jene mit historischem oder architektonischem Wert. Der Bezirk verweist darauf, dass der Erhalt einzelner Bauten geprüft werde, aber Sanierungskosten und energetische Standards nicht mehr zeitgemäß seien. Die Diskussion wird voraussichtlich in den kommenden Wochen weiter eskalieren, sobald konkrete Abrissdaten feststehen und Baupläne vorgelegt werden.
Quellen: Der Tagesspiegel