Der mutmaßliche Täter des tödlichen Amoklaufs in Stade, bei dem im vergangenen Jahr sechs Menschen getötet wurden, hat sich in seiner Zelle das Leben genommen. Wie das niedersächsische Justizministerium bestätigte, geschah der Suizid einen Tag nach einer Lockerung der Haftbedingungen des 34-Jährigen. Zuvor war er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in einer Justizvollzugsanstalt untergebracht, darunter Isolationshaft und regelmäßige Überwachung.
Wie es möglich war, dass der Mann sich selbst töten konnte, obwohl er als suizidgefährdet galt, wird nun intensiv geprüft. Laut Ministerium wurden ihm kurz vor dem Vorfall unter anderem mehr Bewegungsfreiheit und Kontaktmöglichkeiten zu Angehörigen eingeräumt, nachdem psychiatrische Gutachter eine „stabilisierte psychische Verfassung“ attestiert hatten. Diese Entscheidung steht nun massiv in der Kritik.
Justizministerin Daniela Behrens (SPD) kündigte an, dass sämtliche Abläufe im Zusammenhang mit der Haft und der Risikobewertung des Beschuldigten auf den Prüfstand kommen. „Wir werden jede Entscheidung transparent nachvollziehen und notwendige Konsequenzen ziehen“, betonte sie. Die Opferfamilien fordern unterdessen eine unabhängige Untersuchungskommission.
Quellen: FAZ Online