Niedersachsen will zehn Prozent Nordsee-Küstenmeer fischereifrei schützen

Die niedersächsische Landesregierung will rund zehn Prozent des niedersächsischen Küstenmeeres in der Nordsee zu fischereifreien Zonen erklären. Wie das Umweltministerium mitteilte, sollen diese Schutzgebiete dazu beitragen, geschädigte Meeresökosysteme langfristig zu regenerieren und die biologische Vielfalt zu stärken. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Meeresschutzkonzepts, das in den kommenden Monaten im Landtag beraten wird.

Die betroffenen Gebiete liegen vor den Inseln Norderney, Juist und Wangerooge sowie in sensiblen Wattbereichen, die als Brut- und Rastplätze für zahlreiche Vogel- und Fischarten dienen. In diesen Zonen soll jegliche Form der kommerziellen Fischerei verboten werden, darunter Grundschleppnetze und Schleppanker. Stattdessen sollen Forschung und Naturschutz im Vordergrund stehen.

Die Fischereiverbände reagieren kritisch. „Viele Küstengemeinden leben von der Fischerei. Solche Verbote bedrohen Existenzen“, warnte der Präsident des Niedersächsischen Fischerbundes. Die Landesregierung betont hingegen, dass der Schutz der Natur auch langfristig der Wirtschaft diene: „Gesunde Meere sind die Basis für nachhaltige Fischerei und den Tourismus“, so Umweltminister Christian Meyer (Grüne).

Quellen: Welt Online