Simbabwes Polizei verbietet Trauerumzüge mit Särgen in Innenstädten

Die Zimbabwe Republic Police (ZRP) hat eine strikte Anordnung gegen sogenannte Sargumzüge in Innenstädten erlassen. Wie die Polizei am Montag bekanntgab, dürfen Todesfälle nicht länger durch die zentralen Geschäftsviertel der Städte getragen werden, da diese Praxis Verkehrsunfälle begünstige und gegen geltende Gesetze verstoße.

Die Behörden betonten, dass das Befördern von Leichen durch belebte öffentliche Bereiche nicht nur hygienische Bedenken aufwerfe, sondern auch die öffentliche Ordnung störe. „Solche Paraden gefährden die Sicherheit aller Bürger und verstoßen gegen mehrere Bestimmungen des Straßenverkehrsgesetzes sowie der öffentlichen Gesundheitsvorschriften“, erklärte ein ZRP-Sprecher.

Dennoch wird die Ankündigung kontrovers diskutiert. Für viele Familien in Simbabwe ist der Umzug des Sargs durch das Stadtzentrum ein symbolischer Akt der Trauer und Anerkennung, besonders wenn es sich um junge Todesopfer oder soziale Persönlichkeiten handelt. Kritiker der Polizeimaßnahme befürchten, dass kulturelle Ausdrucksformen ohne angemessene Alternativen verboten werden.

Die ZRP kündigte an, bei Zuwiderhandlungen strafrechtliche Schritte einzuleiten, rief aber gleichzeitig Gemeindeleiter und Bestattungsunternehmen dazu auf, würdevolle Alternativen zu fördern. Die Debatte unterstreicht die Spannung zwischen staatlicher Ordnungspolitik und kulturellen Traditionen in der postkolonialen Gesellschaft Simbabwes.

Quellen: AllAfrica – Southern Africa