In Belgrad fand heute die Beisetzung von Ratko Mladić, einem verurteilten Kriegsverbrecher, statt, die von Tausenden Menschen besucht wurde. Unter den Trauergästen befanden sich auch hochrangige Vertreter der serbischen Regierung sowie aus der Republika Srpska in Bosnien. Trotz vorheriger Zusicherungen, dass keine amtlichen Vertreter anwesend sein würden, war die Anwesenheit von Ministerien deutlich sichtbar.
Die Zeremonie wurde von der EU scharf kritisiert. Ein Sprecher erinnerte daran, dass jede Form der Verherrlichung von Kriegsverbrechern in den EU-Kandidatenländern inakzeptabel sei. Die EU hatte vor der Beerdigung gewarnt, dass eine solche Veranstaltung die Bemühungen Serbiens um eine EU-Mitgliedschaft gefährden könnte.
Die Trauerfeier fand mit militärischen Ehren statt, und Mladićs Sarg war mit der serbischen Nationalflagge bedeckt. Seine Medaillen wurden zur Schau gestellt, was die Besorgnis über die glorifizierende Darstellung eines Mannes, der mit dem Massaker von Srebrenica und anderen schweren Verbrechen in Verbindung gebracht wird, weiter verstärkt.
Analysten warnen, dass diese Ereignisse nicht nur die innerpolitische Lage in Serbien widerspiegeln, sondern auch die Beziehungen zu den europäischen Nachbarn und die Zukunft der Integration Serbiens in die EU beeinflussen könnten.
Quellen: Euronews, Balkan Insight, Spiegel Online, The Guardian, RTE News