Ägypten hat erneut scharfe Kritik am Bau und Betrieb des Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) geübt und vor schwerwiegenden Konsequenzen für die eigene Wasserversorgung gewarnt. Wie in zahlreichen früheren Stellungnahmen betonten ägyptische Politiker am Mittwoch, dass Äthiopien das Projekt einseitig vorantreibe und dabei die Interessen der abflussnahen Länder am Nil missachte. Die ägyptische Regierung bekräftigte, dass der Nil eine existenzielle Lebensader für das Land sei und jede Reduzierung des Wasserzuflusses als Bedrohung der nationalen Sicherheit betrachtet werde.
Lang anhaltender Konflikt ohne diplomatische Lösung
Der Streit um den GERD dauert bereits seit über einem Jahrzehnt an. Ägypten fürchtet, dass der Staudamm – der derzeit größte Afrikas – den Wasserdurchfluss des Blauen Nils erheblich verringern könnte, wodurch die Landwirtschaft, die Trinkwasserversorgung und die Energieproduktion in Ägypten stark beeinträchtigt würden. Trotz mehrerer international vermittelter Verhandlungsrunden zwischen Ägypten, Sudan und Äthiopien konnte bisher keine dauerhafte Vereinbarung über Füllung und Betrieb des Damms gefunden werden.
Beobachter betonen, dass der Konflikt weniger technischer Natur sei, sondern tief in geopolitischen Machtverschiebungen verwurzelt liege. Ägypten, traditionell der dominierende Akteur im Nil-Becken, sieht seine Vormachtstellung durch das Projekt geschwächt. Äthiopien dagegen argumentiert, dass der GERD für die Energieversorgung und wirtschaftliche Entwicklung des Landes unerlässlich sei und versichert, dass keine langfristige Schädigung der abflussnahen Länder beabsichtigt sei.
Ohne eine rechtlich bindende Einigung bleibt die Lage angespannt. Internationale Organisationen und Vermittler rufen weiterhin zu Dialog und Kompromiss auf, um eine Eskalation zu verhindern.
Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – North Africa, AllAfrica – Ethiopia, AllAfrica – Egypt