Ein neuer Vergleich der Lebenshaltungskosten in ausgewählten Weltstädten zeigt, dass Kairo zwar zu den preisgünstigsten Städten gehört, die Kaufkraft der Arbeitnehmer jedoch extrem gering ist. Laut einer Analyse von AJLabs kann ein durchschnittlicher Arbeiter in der ägyptischen Hauptstadt mit seinem Monatslohn lediglich etwa 22 Big Macs in einem Fast-Food-Restaurant kaufen. Im Vergleich dazu reicht der durchschnittliche Monatslohn in Tel Aviv für über 200 solcher Burger – ein drastischer Unterschied, der die globale Ungleichheit im Einkommen und der Lebensqualität verdeutlicht.
Kaufkraft statt Nominalpreise im Fokus
Die Studie misst die Lebenshaltungskosten nicht nur anhand der Preise für Güter und Dienstleistungen, sondern setzt diese ins Verhältnis zum lokalen Durchschnittseinkommen. Dieser Ansatz, der als „Big Mac-Index“ bekannt ist, zeigt, wie erschwinglich das Leben für normale Bürger tatsächlich ist. In Kairo sind zwar viele Produkte nominal günstig, doch aufgrund niedriger Löhne und anhaltender wirtschaftlicher Schwierigkeiten bleibt die finanzielle Belastung für Haushalte hoch.
Die ägyptische Wirtschaft kämpft seit Jahren mit Inflation, einer abwertenden Währung und sinkender Kaufkraft. Obwohl die Regierung Subventionen für grundlegende Lebensmittel wie Brot und Benzin aufrechterhält, profitieren viele ärmere Haushalte nur begrenzt davon. Experten warnen, dass die wirtschaftliche Schieflage soziale Unruhe fördern könnte, insbesondere in städtischen Zentren wie Kairo und Alexandria.
Die Analyse unterstreicht, dass niedrige Preise allein kein Indikator für eine hohe Lebensqualität sind – entscheidend ist, wie viel Einkommen zur Verfügung steht, um diese Preise zu tragen.
Quellen: Al Jazeera English