Tunesien erlebt derzeit eine extreme Hitzewelle, bei der die Temperaturen in einigen Regionen nahezu 50 Grad Celsius erreichen. Meteorologische Daten aus dem Maghreb zeigen, dass eine sogenannte Hitzeglocke über der Region liegt und für anhaltende Extremtemperaturen sorgt. Besonders betroffen sind städtische und küstennahe Gebiete, wo die Bevölkerung unter massiven Infrastrukturproblemen leidet.
Präsident Kaïs Saeid hat am Mittwoch eine hochrangige Krisensitzung im Karthager Palast einberufen, um die Lage zu beraten. Teilnehmer waren die Minister für Inneres, Energie, Industrie und Landwirtschaft sowie die Leiter der staatlichen Versorgungsunternehmen STEG (Strom) und SONEDE (Wasser). In mehreren Regionen des Landes kommt es seit Tagen zu wiederholten Strom- und Wasserausfällen, die durch die erhöhte Belastung der Netze während der Hitzewelle verschärft werden.
Waldbrände und öffentliche Unruhe
Parallel breiten sich Waldbrände in ländlichen und vormals bewaldeten Gebieten aus, die Einsatzkräfte nur schwer unter Kontrolle bringen können. Die Feuer werden durch trockene Winde und die extreme Trockenheit begünstigt. In sozialen Medien mehren sich Berichte über Frustration unter der Bevölkerung, die auf unzureichende Versorgung und fehlende Kommunikation seitens der Behörden hinweisen.
Präsident Saeid warnte in der Sitzung vor Versuchen, die öffentliche Ordnung zu stören, und forderte die staatlichen Institutionen zu mehr Koordination auf. Die Regierung verspricht kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der Versorgung, doch Experten befürchten, dass das Energiesystem ohne strukturelle Verbesserungen bei zukünftigen Klimaextremen weiter an seine Grenzen stoßen wird.
Quellen: FAZ Online, AllAfrica – North Africa