Sechs alte Medinas der Komoren in UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen

Sechs antike Medinas auf den Komoren wurden offiziell in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die Anerkennung gilt den historischen Stadtvierteln, die aus Palästen, Moscheen, öffentlichen Plätzen und verwinkelten Gassen bestehen und bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Diese Siedlungen gelten als herausragendes Beispiel für die architektonische und kulturelle Entwicklung des westlichen Indischen Ozeans und zeugen von der langen Handels- und islamischen Tradition der Inselnation.

Die auf den Inseln Grande Comore, Mohéli und Anjouan gelegenen Medinas sind nicht nur architektonische Juwelen, sondern auch lebendige Gemeinschaften. Tausende Menschen leben dort bis heute in traditionellen Gebäuden aus Korallenstein und Vulkanmaterial. Die UNESCO-Anerkennung unterstreicht den außergewöhnlichen universellen Wert dieser Stätten und könnte den Tourismus auf den Komoren erheblich fördern.

Die Regierung der Komoren begrüßte die Entscheidung als wichtigen Schritt zur Bewahrung des kulturellen Erbes. Gleichzeitig kündigte sie Maßnahmen zum Schutz der Bausubstanz und zur nachhaltigen Entwicklung der Gebiete an. Experten warnen, dass Klimawandel, Erosion und unkontrollierte Bebauung langfristige Gefahren für die historischen Strukturen darstellen.

Die Aufnahme in die Welterbeliste verpflichtet die Komoren zudem zu strengen Erhaltungsstandards. Internationale Unterstützung durch UNESCO-Programme könnte künftig bei der Restaurierung historischer Gebäude und der Schulung lokaler Fachkräfte helfen. Die Anerkennung stärkt auch das nationale Selbstbewusstsein und hebt die kulturelle Bedeutung der Komoren im afrikanischen und indischen Ozean-Raum hervor.

Quellen: Africanews EN