Ugandische Wildtierbehörde verlegt 12 gefährdete Nubiergiraffen vor Ölförderung

Die Uganda Wildlife Authority (UWA) hat in einer großangelegten Aktion 12 gefährdete Nubiergiraffen aus dem Murchison Falls National Park in ein neues Schutzgebiet verlegt. Der Umzug erfolgte, um die Tiere vor den Auswirkungen der geplanten Ölförderung in dem rund 3.840 Quadratkilometer großen Park zu schützen. Die Nubiergiraffe gilt als eine der am stärksten bedrohten Unterarten der Giraffe, weshalb der Erhalt der Population von internationalem Interesse ist.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen und internationalen Experten durchgeführt. Die Tiere wurden unter Sedierung vorsichtig transportiert und an einem bisher nicht genannten, aber sicheren Standort in einem anderen Schutzgebiet Ugandas freigelassen. Laut UWA-Sprecherin Gladys Kalema-Zikusoka ist die neue Umgebung optimal für die Fortpflanzung und das langfristige Überleben der Tiere.

Die Ölförderung im Murchison Falls National Park ist seit Jahren umstritten. Umweltschützer warnen vor irreversiblen Schäden an der Tierwelt und der Ökosysteme. Die ugandische Regierung betont jedoch, dass die Erschließung der Ölressourcen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes unerlässlich sei. Umweltverträglichkeitsprüfungen sollen sicherstellen, dass die Eingriffe begrenzt bleiben – doch Experten sehen weiterhin erhebliche Risiken.

Tierart im Fokus des Naturschutzes

Die Nubiergiraffe (Giraffa camelopardalis camelopardalis) zählt heute weltweit nur noch auf etwa 2.000 Exemplare. Der Murchison Falls National Park war bislang einer ihrer letzten Rückzugsorte. Die Verlegung der 12 Tiere ist Teil eines größeren Konservierungsprogramms, das auch andere bedrohte Arten schützen soll. Naturschutzgruppen begrüßen die Maßnahme, fordern aber gleichzeitig eine ausgeweitete Schutzpolitik und mehr Transparenz bei Industrieprojekten in sensiblen Ökoregionen.

Quellen: Africanews EN