Ernährungssicherheit in Nigeria: Agrarflächen ungenutzt, Ernährungskrise droht

Obwohl Nigeria im Jahr 2023 laut Weltbankdaten über 36,872 Millionen Hektar Ackerland verfügte, bleibt die Versorgung der Bevölkerung mit nahrhaften Lebensmitteln eine Herausforderung. Experten von Nigeria Health Watch warnen, dass die bloße Verfügbarkeit von Anbaufläche nicht ausreicht, um Ernährungsunsicherheit zu überwinden. Stattdessen sei eine integrierte Strategie nötig, die Landwirte ebenso unterstützt wie einkommensschwache Haushalte.

Strukturelle Defizite im Agrarsektor

Produktive Landwirtschaft in Nigeria hänge von mehreren Faktoren ab: Sicherheit für Landwirte, zuverlässige Saatgut- und Düngermittelversorgung, Zugang zu Wasser, Forschung, Beratungsdiensten sowie Straßen und Lagerkapazitäten. Viele Kleinbauern leiden jedoch unter fehlender Infrastruktur, unsicheren Eigentumsverhältnissen und unvorhersehbaren Marktpreisen. Gleichzeitig steigen die Lebensmittelpreise, während die Einkommen vieler Haushalte stagnieren – eine Entwicklung, die die Ernährungssicherheit weiter unter Druck setzt.

Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen

Die Experten betonen, dass staatliche Programme nicht nur die landwirtschaftliche Produktion ankurbeln, sondern auch sicherstellen müssten, dass die Bevölkerung die produzierten Lebensmittel auch tatsächlich kaufen kann. Dazu gehören Maßnahmen zur Armutsbekämpfung, faire Marktzugänge und stabile Preise. Nur wenn Produktion, Infrastruktur und soziale Absicherung zusammenwirken, könne Nigeria seine Ernährungssouveränität stärken und die Gesundheit der Bevölkerung langfristig verbessern.

Quellen: AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Nigeria, AllAfrica – Business