Drahtseil-Falle im Wald bei Heilbronn: Jäger wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung verurteilt

Ein Jäger aus der Region Heilbronn ist nach einem gefährlichen Vorfall im Wald zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Mann hatte nachweislich ein Drahtseil über eine sogenannte Trail-Strecke im Wald gespannt, die von Mountainbikern illegal angelegt worden war. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte die Absicht hatte, Personen erheblich zu verletzen, um die Nutzung der Strecke zu unterbinden.

Mehrere Radfahrer waren bereits über das kaum sichtbare Seil gestürzt, wobei zwei von ihnen schwere Verletzungen erlitten. Die Polizei ermittelte nach anonymen Hinweisen und fand bei einer Kontrolle des Tatorts eindeutige Spuren, darunter Befestigungen an Bäumen und Fotos, die den Angeklagten bei der Installation des Drahts zeigten. Der Verteidiger argumentierte mit Natur- und Jagdrevierschutz, doch das Gericht wies dies zurück.

Der Angeklagte erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss er Sozialstunden leisten und Schmerzensgeld an die Verletzten zahlen. Die Entscheidung zeigt, dass selbst vermeintliche Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie erhebliche Gefahren verursachen.

Quellen: FAZ Online