Nigeria wirft Südafrika Komplizenschaft bei xenophober Gewalt vor

Bei einer Krisensitzung in der nigerianischen Hauptstadt Abuja haben Diplomaten der beiden Länder am Montag über die anhaltende Welle xenophober Gewalt in Südafrika beraten. Nigeria warf der südafrikanischen Regierung vor, durch Untätigkeit oder gar Komplizenschaft Angriffe auf ausländische Afrikaner in Südafrika zu ermöglichen. Die nigerianischen Vertreter forderten eine stärkere Reaktion der südafrikanischen Behörden zum Schutz afrikanischer Migranten, die in erheblicher Zahl in Südafrika leben und arbeiten.

Die südafrikanische Delegation verteidigte unterdessen die staatlichen Maßnahmen und betonte das Recht des Landes, gegen irreguläre Einwanderung und mit illegalen Migranten assoziierte Kriminalität vorzugehen. In offiziellen Stellungnahmen hieß es, dass die Regierung in Pretoria nicht gegen ausländische Gemeinschaften vorgehe, sondern gegen kriminelle Handlungen – unabhängig von der Nationalität der Täter. Dennoch wächst die Besorgnis auf dem Kontinent darüber, dass gewaltsame Übergriffe auf ausländische Geschäftsleute und Migranten in Südafrika in den letzten Monaten zugenommen haben.

Die Anschuldigungen aus Nigeria markieren eine weitere Verschärfung der Spannungen zwischen zwei der wirtschaftlich wichtigsten Länder Afrikas. Beobachter befürchten, dass die Krise Auswirkungen auf die Zusammenarbeit innerhalb der Afrikanischen Union und der Southern African Development Community (SADC) haben könnte, insbesondere im Hinblick auf Freizügigkeit und wirtschaftliche Integration.

Quellen: The Africa Report