RSF verhängt Blockade an Chad-Grenze und droht mit Angriff auf Khartoum

Die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) haben die Hauptverbindungsstraße zwischen Adré in Tschad und El Geneina in der westsudanesischen Region West-Darfur seit dem 28. Juli geschlossen. Wie lokale Quellen und Augenzeugen berichten, haben RSF-Einheiten zwei Händler festgenommen, was zu einer sofortigen Sperrung der Route führte. Die Grenzstrecke ist eine der wichtigsten Verkehrs- und Handelsadern für humanitäre Hilfslieferungen und Zivilpersonen, die vor den Kämpfen fliehen. Die Blockade verschärft die ohnehin prekäre Versorgungslage in der von schweren Kämpfen betroffenen Region.

Gleichzeitig veröffentlichte die RSF ein neues Video, in dem deren Anführer Mohamed Hamdan Dagalo, auch bekannt als Hemedti, seine Kämpfer auffordert, die Kontrolle über die sudanesische Hauptstadt Khartoum zu übernehmen. In der Aufnahme ist Hemedti in militärischer Kleidung zu sehen, wie er vor versammelten Truppen spricht und den Vormarsch auf die Stadt befehligt. Die Veröffentlichung deutet auf eine neue Offensive der RSF hin, die seit April 2023 im Konflikt mit der sudanesischen Armee (SAF) um die Macht im Land ringt.

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass der militärische Konflikt trotz internationaler Vermittlungsversuche weiter eskaliert. Die Blockade der Adré-El-Geneina-Route erschwert nicht nur den Warenverkehr, sondern gefährdet auch die humanitäre Hilfe für Tausende Binnenvertriebene. Internationale Organisationen warnen vor einer weiteren Verschärfung der Krise, insbesondere in den von schweren Kämpfen gezeichneten Gebieten Darfurs.

Quellen: AllAfrica – East Africa, Al Jazeera English