Der mosambikanische Akademiker Lourenço do Rosário hat vor einer erneuten Politisierung des geplanten „inklusiven nationalen Dialogs“ gewarnt. In einer am Donnerstag in Maputo geäußerten Stellungnahme betonte er, dass frühere Friedensabkommen im Land gescheitert seien, weil sie zu stark von politischen Interessen geprägt gewesen seien, statt den Fokus auf den Aufbau von Vertrauen zwischen den Bürgern zu legen.
Do Rosário, ein angesehener politischer Analyst und Hochschullehrer, argumentierte, dass Friedensprozesse nur dann nachhaltig seien, wenn sie über Parteigrenzen hinweg echte gesellschaftliche Einbindung ermöglichten. „Wenn der nationale Dialog erneut zu einem Instrument der politischen Machtpositionen wird, werden wir erneut versagen“, so der Experte. Er plädierte dafür, den Prozess von parteipolitischer Rhetorik zu entkoppeln und stattdessen zivilgesellschaftliche Gruppen, lokale Führer und unabhängige Institutionen stärker einzubinden.
Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, da in Mosambik erneut über Wege zur Stabilisierung des Landes diskutiert wird – vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen in einigen Regionen sowie der komplexen Nachwirkungen vergangener Konflikte. Der Wissenschaftler betonte, dass Vertrauen nicht durch Verträge allein entstünde, sondern durch konsistente, transparente und bürgernahe Prozesse.
Die Regierung hat zuletzt angekündigt, Bemühungen um einen breiten gesellschaftlichen Dialog zu verstärken. Do Rosários Warnung unterstreicht jedoch die Herausforderungen, solche Initiativen glaubwürdig und wirksam zu gestalten, ohne sie für kurzfristige politische Zwecke zu instrumentalisieren.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Southern Africa