Hunderte Tote durch Stromausfälle und Hitzewelle in Tunesien

In Tunesien verschärfen sich die Folgen der anhaltenden Energiekrise, nachdem wochenlange Stromausfälle mit einer verheerenden Hitzewelle zusammentrafen. Berichten internationaler Medien zufolge könnten während des extremen Hitzeperioden hunderte Menschen gestorben sein, insbesondere ältere und kranke Personen, die auf medizinische Geräte oder Kühlung angewiesen waren.

Die Stromausfälle, die landesweit auftraten, betrafen besonders dicht besiedelte Regionen wie Tunis, Sfax und Sousse. In Krankenhäusern fielen Klimaanlagen und lebenserhaltende Systeme zeitweise aus, während Wasserpumpen versagten und die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt wurde. Die Regierung erklärte, die Energieknappheit sei auf technische Defekte, eine Überlastung des Netzes und fehlende Investitionen in die Infrastruktur zurückzuführen.

Experten warnen, dass sich solche Krisen angesichts des Klimawandels und der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes in Zukunft häufen könnten. Tunesien kämpft seit Jahren mit einer tiefgreifenden Wirtschaftskrise, die Steuereinnahmen sinken, die Inflation bleibt hoch, und internationale Kreditgeber wie der IWF fordern strikte Reformen.

Die jüngste Hitzewelle, bei Temperaturen von bis zu 48 Grad Celsius in Inlandregionen, hat die ohnehin prekäre Lage weiter verschärft. Bürgerrechtsgruppen fordern eine unabhängige Untersuchung der Todesfälle und eine umfassende Reform des Energie- und Gesundheitssystems.

Quellen: France 24 – Africa