Liberia: Menschenrechtsgruppe warnt vor „verlorener Generation“ nach gigantischer Drogenrazzia

Die liberianische Center for Human Rights and Democracy (CeHRD International) hat vor einer drohenden „verlorenen Generation“ gewarnt, nachdem liberianische Sicherheitskräfte zwei Großlieferungen Kokain im Gesamtwert von über 336 Millionen US-Dollar sichergestellt hatten. Wie Behörden in Monrovia mitteilten, wurden bei einer Razzia am Roberts International Airport 19,2 Millionen US-Dollar im Wert von Kokain entdeckt. In einem separaten Vorfall wurden in der Duazon Community nahezu 3.971 Kilogramm des Drogenkonvikts beschlagnahmt, das auf rund 317 Millionen US-Dollar geschätzt wird.

Gefahr für Jugend und staatliche Stabilität

Die CeHRD International betonte, dass derart große Drogenmengen nicht nur den internationalen Drogenhandel durch Liberia beförderten, sondern auch die innere Sicherheit und die gesundheitliche Lage der Bevölkerung gefährdeten. Besonders alarmierend sei die Befürchtung, dass immer mehr Jugendliche durch leicht zugängliche Drogen in die Abhängigkeit gerieten. „Wenn wir diese Entwicklung nicht sofort eindämmen, riskieren wir eine ganze Generation junger Liberianer zu verlieren“, erklärte eine Sprecherin der Organisation.

Die Behörden prüfen derzeit, über welche Netzwerke die Drogen nach Liberia gelangten und ob lokale Beamte involviert waren. Internationale Partner wie die UNODC (Vereinte Nationen gegen Drogen und Kriminalität) haben angekündigt, bei den Ermittlungen zu unterstützen. Die Regierung von Präsident Joseph Boakai hat zuletzt mehrfach betont, den Kampf gegen Korruption und organisierte Kriminalität zu intensivieren – die jüngsten Drogenfunde stellen diese Bemühungen auf eine harte Probe.

Quellen: AllAfrica – West Africa