Ein eklatanter politischer Skandal erschüttert die höchsten Kreise der kamerunischen Regierung: Ferdinand Ngoh Ngoh, ehemaliger Chef des militärischen Nachrichtendienstes und enger Mitarbeiter von Präsident Paul Biya, hat aus dem europäischen Exil heraus schwere Vorwürfe gegen den Generalsekretär der Präsidentschaft erhoben. Die Anschuldigungen, die über einen mittlerweile gesuchten Überläufer publik wurden, betreffen Korruption, Machtmissbrauch und interne Sabotage innerhalb des Präsidialamts.
Ngoh Ngoh, gegen den ein Haftbefehl wegen Betrugs vorliegt, brach nach Monaten des Schweigens sein Exil mit einer Reihe von Enthüllungen, die in Regierungskreisen für Unruhe sorgen. Er behauptet, systematische Manipulationen bei Sicherheitsentscheidungen und gezielte Desinformation von Präsident Biya durch hochrangige Beamte erlebt zu haben – insbesondere durch den amtierenden Generalsekretär der Präsidentschaft, dessen Name nicht genannt wurde, aber allgemein als mächtigster Zivilbeamte des Landes gilt.
Interne Machtkämpfe im Rampenlicht
Beobachter deuten die Anschuldigungen als Zeichen tiefergehender Risse innerhalb der Führungselite. Die Tatsache, dass ein ehemals mächtiger Geheimdienstchef nun aus dem Ausland agiert, unterstreicht die Zerrissenheit im innersten Zirkel der Macht.
Während die Regierung bisher nicht offiziell reagiert hat, diskutieren politische Analysten, ob dieser Fall das ohnehin fragile Gleichgewicht zwischen Militär, Geheimdiensten und Zivilverwaltung weiter destabilisieren könnte – besonders in einer Zeit, in der die Abwesenheit Biyas ohnehin Unsicherheit schürt.
Quellen: The Africa Report