Abwesenheit von Präsident Biya löst Debatte über Regierungshandeln in Kamerun aus

Die monatelange Abwesenheit von Kameruns Präsident Paul Biya, der sich nach Angaben aus Regierungskreisen bereits seit Anfang Juni in Genf, Schweiz, aufhält, hat in der Hauptstadt Yaoundé eine intensive politische Debatte ausgelöst. Viele Bürger und Oppositionelle kritisieren das Fehlen klarer Informationen über den Gesundheitszustand des 93-Jährigen und befürchten eine Blockade im Regierungsapparat.

Biya, der Kamerun seit 1982 regiert, ist für seine häufigen Aufenthalte in Europa bekannt, was regelmäßig Spekulationen über seine Gesundheit befeuert. Während offizielle Stellen keine Details preisgeben, warnen Beobachter vor einer zunehmenden Machtfülle innerhalb des Präsidialamts und einer Verlangsamung wichtiger Entscheidungsprozesse. Die Opposition fordert mehr Transparenz und eine klare Nachfolgeregelung.

Regierung im Wartemodus?

Trotz formeller Kontinuität im Staatsapparat berichten Regierungsmitarbeiter und Diplomaten von einer spürbaren Lähmung bei strategischen Vorhaben. Experten verweisen darauf, dass viele Entscheidungen letztlich auf Biyas Zustimmung warten – auch solche, die dringend wären, etwa in den Bereichen Sicherheit und Wirtschaftsentwicklung.

Die aktuelle Situation verschärft zudem das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den staatlichen Institutionen. In einem Land, das mit bewaffneten Konflikten in den englischsprachigen Regionen sowie wirtschaftlicher Unsicherheit kämpft, wird die Führungsfrage immer brisanter.

Quellen: France 24 – Africa