Unter hohem Sicherheitsaufwand hat die Jugendorganisation der AfD am Samstag in Schwerin den sogenannten „Tag der deutschen Jugend“ veranstaltet. Die Demonstration, die mit Jutebeuteln, historisierenden Reden und nationalistischem Pathos aufwartete, zog zahlreiche Gegendemonstrant:innen an und führte zu Spannungen in der mecklenburgischen Landeshauptstadt.
Teilnehmer:innen der AfD-Jugend trugen unter anderem Thorshammer-Anhänger und zeigten sich mit aufwendigen, traditionell anmutenden Accessoires. Auf Social Media verbreitete Bilder zeigen auch Personen mit tätowierten Handgranaten auf der Wade – ein Symbol, das in rechtsextremen Szenen als Provokation und Zugehörigkeitszeichen dient. Die Veranstaltung fand auf einem Platz in der Schweriner Innenstadt statt, dessen genaue Lage von den Behörden im Vorfeld verschärft überwacht wurde.
Die Polizei musste mehrfach eingreifen, nachdem es zu Rangeleien zwischen Teilnehmer:innen der AfD-Jugend und Gegendemonstrant:innen kam. Laut Polizeiangaben wurden mehrere Personen vorübergehend festgenommen, Verletzte seien jedoch nicht zu beklagen. Die Behörden betonten, die Lage sei stets unter Kontrolle gewesen.
Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern äußerte sich besorgt über die zunehmende Mobilisierung rechtspopulistischer Gruppen im Bundesland. Kritiker:innen sehen in der Veranstaltung einen Versuch, völkische Ideologien unter dem Deckmantel kultureller Tradition zu verbreiten. Die AfD distanzierte sich von Gewalt und bezeichnete die Veranstaltung als friedlichen Gedenkakt für die deutsche Jugendkultur.
Quellen: Süddeutsche Zeitung