Der Rhein verzeichnet in Nordrhein-Westfalen aktuell einen historischen Niedrigwasserstand. In Köln sank der Pegel am Sonntag auf nur noch 67 Zentimeter – einen neuen Tiefstwert, der den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2018 um zwei Zentimeter unterbietet. Grund ist die andauernde Trockenheit, die bereits seit Wochen zu sinkenden Wasserständen entlang des gesamten Flusslaufs führt.
Die extrem niedrigen Pegelstände beeinträchtigen zunehmend die Binnenschifffahrt. Lastkähne müssen ihre Ladungen reduzieren, um nicht auf Grund zu laufen, was zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen führt. Besonders betroffen sind die wichtigen Industrie- und Logistikregionen entlang des Rheins, darunter Duisburg, Düsseldorf und Köln.
Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) warnt vor einer sich verschärfenden Lage und fordert ein nationales Krisentreffen sowie die Einrichtung einer nationalen Taskforce, um die Transportlogistik in der Krise zu stabilisieren. Auch die Bundesregierung wird aufgefordert, koordinierte Maßnahmen zu ergreifen, um die Folgen für die Wirtschaft abzufedern.
Die Wettervorhersage gibt wenig Anlass zur Hoffnung: Zum Wochenstart werden erneut Temperaturen über 30 Grad erwartet, begleitet von teils schweren Gewittern. Eine nachhaltige Besserung der Lage ist vorerst nicht in Sicht.
Quellen: Süddeutsche Zeitung, ntv – Nachrichten, ARD Tagesschau – Inland, Welt Online, ZDF Heute – Nachrichten