Mainzer Gutenberg-Museum enthüllt Geheimnisse der 550 Jahre alten Armenbibel

Im Gutenberg-Museum in Mainz wird eines der faszinierendsten Zeugnisse der frühen Buchdruckkunst der Öffentlichkeit nähergebracht: die sogenannte Armenbibel. Obwohl ihr Name andeutet, dass sie für ärmere Bevölkerungsschichten bestimmt war, handelt es sich bei dem Werk um ein kostbares Prachtexemplar, das heute einen Schätzwert von rund zwei Millionen Euro hat.

Die Bibel, entstanden um das Jahr 1476, ist ein herausragendes Beispiel für die kunstvolle Buchproduktion der Frühdruckzeit. Im Rahmen einer neuen Präsentation im Mainzer Gutenberg-Museum werden nun die technischen und künstlerischen Details ihrer Entstehung enthüllt. Besucher erfahren, wie aufwendig die Herstellung war – von der Auswahl des Papiers bis zur handkolorierten Verzierung einzelner Buchstaben und Kapitelanfänge.

Das Exponat ist Teil der ständigen Sammlung des Museums, das sich der Erbe Johannes Gutenbergs widmet. Die neue Schau rückt besonders die handwerkliche Meisterschaft in den Fokus, mit der die Bibel einst produziert wurde. Experten betonen, dass die sogenannte Armenbibel trotz ihres Namens keineswegs ein schlichtes Buch war, sondern vielmehr ein hochwertiges Produkt, das auch wohlhabende Käufer ansprach.

Die Ausstellung bietet Einblicke in historische Drucktechniken, Tintenrezepturen und Buchbindemethoden. Damit unterstreicht das Gutenberg-Museum erneut seine Bedeutung als zentrale kulturelle Institution im Bundesland Rheinland-Pfalz und als internationales Zentrum der Buchgeschichte.

Quellen: FAZ Online