Die geplante Übernahme von Tegut-Filialen durch den Lebensmittelkonzern Edeka droht aufgrund kartellrechtlicher Bedenken zu scheitern – zumindest teilweise. Das Bundeskartellamt hat nach eigenen Angaben „erhebliche Bedenken“, dass Edeka durch die Übernahme in bestimmten Regionen Hessens eine marktbeherrschende Stellung erlangen könnte. Insbesondere in ländlichen Gebieten, wo ohnehin ein begrenztes Wettbewerbsumfeld herrscht, befürchten die Wettbewerbshüter eine gefährliche Monopolbildung.
Tegut hatte nach finanziellen Schwierigkeiten angekündigt, Teile seines Filialnetzes abzustoßen, um das Unternehmen neu aufzustellen. Edeka zeigte großes Interesse und wollte zahlreiche Standorte übernehmen. Doch das Kartellamt prüft nun genau, in welchen Kommunen die Übernahme tatsächlich zu einer Einschränkung des Wettbewerbs führen würde. Sollte dies festgestellt werden, müssten Filialen möglicherweise verkauft oder geschlossen werden.
Die hessische Landesregierung hat bereits signalisiert, dass sie die Entscheidung des Bundesamts respektiert, mahnt aber gleichzeitig an, die Versorgungssicherheit in ländlichen Regionen nicht zu gefährden. Vertreter aus Handel und Politik warnen vor leeren Innenstädten, falls Filialen schließen müssten. Eine endgültige Entscheidung des Kartellamts wird in den kommenden Wochen erwartet.
Quellen: FAZ Online