Der Rückzug von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner nach der schweren Stromausfall-Krise hat neue Wellen geschlagen. Wie ein internen Untersuchungsbericht enthüllt, sollen nicht nur lokale Verwaltungsstrukturen versagt haben, sondern auch das Kanzleramt sowie Bundeskanzler Friedrich Merz für die Eskalation mitverantwortlich sein. Wegner hatte nach tagelangen Stromunterbrechungen in mehreren Bezirken angekündigt, bei der nächsten Wahl nicht mehr anzutreten.
Der Bericht kritisiert insbesondere die mangelnde Koordination zwischen Berliner Senatsverwaltung und Bundesbehörden in der Krisenbewältigung. Demnach seien Hilfsanfragen der Stadt Berlin an das Bundesinnenministerium und das Kanzleramt wochenlang unbeantwortet geblieben. Auch seien technische Unterstützungssysteme des Bundes nicht rechtzeitig aktiviert worden, was die Reparaturarbeiten erheblich verzögerte.
Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus fordert nun eine parlamentarische Aufarbeitung. „Die Bundesregierung kann sich nicht hinter Zuständigkeitsfiktionen verstecken, wenn die Hauptstadt im Dunkeln liegt“, sagte ein Sprecher der Grünen-Fraktion. Die SPD-Landtagsfraktion mahnte zudem eine bessere kommunale Notfallvorsorge an. Die Affäre könnte auch Auswirkungen auf die bundespolitische Debatte über kritische Infrastrukturen haben.
Quellen: T-Online Nachrichten, Der Tagesspiegel