Die erneuten Kämpfe in der äthiopischen Region Tigray haben massive Bedenken hinsichtlich der Stabilität des 2022 geschlossenen Friedensabkommens ausgelöst. Wie die BBC berichtet, ist der Waffenstillstand zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der Tigray People’s Liberation Front (TPLF) bis heute nicht vollständig umgesetzt worden, was zu anhaltenden Spannungen und lokalen militärischen Auseinandersetzungen führt.
Obwohl der offizielle Bürgerkrieg im November 2022 mit der Unterzeichnung des Pretoria-Abkommens beendet wurde, bleibt die politische und militärische Lage in Tigray fragil. Die jüngsten Gefechte zwischen Regierungstruppen und TPLF-Rebellen deuten darauf hin, dass beide Seiten weiterhin misstrauisch agieren und strategische Positionen neu besetzen. Internationale Organisationen warnen, dass eine Eskalation erneut zu einem flächendeckenden Konflikt führen könnte, der Millionen erneut in die Flucht treiben würde.
Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Integration der TPLF-Kämpfer in die nationale Armee sowie die Kontrolle über strategische Gebiete. Zudem berichten Hilfsorganisationen von anhaltenden humanitären Engpässen in der Region, da die Infrastruktur weiterhin beschädigt ist und die Versorgung mit Nahrung und Medikamenten unzureichend bleibt. Die Flucht Hundertster nach Sudan unterstreicht die prekäre Sicherheitslage – besonders bedenklich, da Sudan selbst von einem andauernden Konflikt betroffen ist.
Die internationale Gemeinschaft, darunter die Afrikanische Union und die Vereinten Nationen, ruft beide Seiten zu einer umfassenden Umsetzung des Friedensvertrags auf. Nur eine dauerhafte politische Lösung, die Entwaffnung, die Rückkehr von Vertriebenen und den Wiederaufbau einschließt, könne eine neue Katastrophe verhindern, so Experten. Bis dahin bleibt die Angst vor einem erneuten Bürgerkrieg in Äthiopiens Norden allgegenwärtig.
Quellen: BBC News – World, BBC News – Africa