Im Zuge der laufenden Ermittlungen nach dem Anschlag auf die CSD-Demonstration im Berliner Tiergarten haben die Sicherheitsbehörden verstärkte Maßnahmen gegen islamistische Gefährder eingeleitet. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, werden vier als gefährlich eingestufte Personen in Berlin fortan mittels elektronischer Fußfesseln überwacht. Eine davon wurde bereits am vergangenen Wochenende in Unterbringungsgewahrsam genommen, um eine mögliche Gefahr abzuwenden.
Ermittler untersuchen unterdessen intensiv Bewegungsdaten des Attentäters Abdul Ballout. Diese zeigen laut Welt Online einen ungewöhnlichen Zickzack-Kurs auf dem Weg zum Tatort – ein Hinweis, der die These eines allein handelnden Täters infrage stellt. Zudem wurde bei den Durchsuchungen ein zweites Handy sichergestellt, das möglicherweise Aufschlüsse darüber geben könnte, ob Ballout Anweisungen von einer terroristischen Organisation erhielt.
Der Innenausschuss des Bundestags wird sich am Dienstag mit dem Anschlag befassen. Die Diskussion über Sicherheitslücken und die Koordination zwischen Bundes- und Landesbehörden gewinnt angesichts der neuen Erkenntnisse weiter an Brisanz. Der Staatsschutz ermittelt parallel auch in anderen Fällen: So wurde kurz vor dem CSD-Wochenende in Köpenick eine Regenbogenflagge vor einem Jugendclub angezündet – ein mutmaßlich queerfeindlicher Brandanschlag, bei dem ebenfalls der Staatsschutz ermittelt.
Quellen: Der Tagesspiegel, Welt Online, ntv – Nachrichten