Ein Göttinger Plattenbau, lange Zeit Gegenstand von Medienberichten wegen Missstand, Kriminalität und Vernachlässigung, steht vor einer massiven Umstrukturierung. Die neue Eigentümerfirma droht nun mit Räumungsklagen gegen Bewohner, die Zahlungsrückstände in Höhe von insgesamt rund 60.000 Euro angehäuft haben. Der Wohnkomplex am Rande der südniedersächsischen Universitätsstadt ist seit Jahren als sogenannter „Problem-Plattenbau“ bekannt.
Die neue Betreibergesellschaft hat angekündigt, straff durchgreifen zu wollen, um das Quartier langfristig zu sanieren. Laut Unternehmensangaben wurden einige Mietverträge bereits gekündigt, weitere sollen folgen. Die Eigentümer bemängeln nicht nur die ausstehenden Mieten, sondern auch wiederholte Vorfälle von Vermüllung, Sachbeschädigung und Brandstiftung innerhalb des Areals. Zuletzt kam es zu einem Brand in einem Treppenhaus, der erneut die Sicherheitslage in den Fokus rückte.
Soziale Organisationen warnen vor sozialer Verdrängung und fordern begleitende Maßnahmen für betroffene Mieter. Die Stadt Göttingen beobachtet die Entwicklung aufmerksam und prüft, inwieweit kommunale Unterstützung möglich ist. Gleichzeitig wird betont, dass die Sicherheit aller Anwohner höchste Priorität habe. Eine langfristige Sanierung des Quartiers hänge jedoch auch von der Zusammenarbeit mit verantwortungsbewussten Mietern ab.
Quellen: Welt Online