Die liberianische Streitkraft hat sich erstmals formell für Verbrechen entschuldigt, die während des jahrzehntelangen Bürgerkriegs begangen wurden. Der symbolische Akt richtet sich insbesondere an die Überlebenden des Massakers an der Lutherischen Kirche in Monrovia, bei dem im Jahr 1990 Dutzende Zivilisten getötet wurden. Die Armee erkannte ihre Beteiligung an den damaligen Gräueltaten an und sprach öffentlich Reue aus.
Die Entschuldigung kommt zu einem Zeitpunkt, da Überlebende und Menschenrechtsorganisationen verstärkt Druck auf die Regierung ausüben, endlich ein Kriegsverbrechengericht einzurichten. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt seit Jahren vor, wurde aber bislang nicht verabschiedet. Die Hinterbliebenen fordern nun, dass die Entschuldigung nicht nur symbolisch bleibt, sondern in konkreten rechtlichen Schritten mündet.
Das Massaker von 1990 gilt als eines der blutigsten Ereignisse des Konflikts, der Liberia über zwei Jahrzehnte lang erschütterte. Die offizielle Anerkennung durch die Armee wird als wichtiger Schritt zur nationalen Versöhnung gewertet, doch viele fordern, dass Gerechtigkeit nicht nur in Worten, sondern auch in Taten sichtbar werden muss.
Quellen: FrontPageAfrica, AllAfrica – West Africa