Die öffentliche Verschuldung Gabuns befindet sich auf einem deutlichen Aufwärtstrend und könnte bereits im Jahr 2027 einen Wert von 94,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen. Dies geht aus Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) hervor, die auf Datenstand vom 2. April basieren. Im Jahr 2024 lag die Schuldenquote noch bei 70,9 Prozent, soll sich aber bis 2025 auf 78,9 Prozent und 2026 auf 86,1 Prozent erhöhen – ein Anstieg um insgesamt 23,4 Prozentpunkte innerhalb von drei Jahren.
Als wesentlicher Faktor für den starken Anstieg gilt die jüngst platzierte Euroanleihe in Höhe von 920 Millionen US-Dollar. Diese Kapitalaufnahme dient zwar der Finanzierung staatlicher Projekte und der Stabilisierung der Haushaltslage, trägt aber gleichzeitig zu einer erheblichen Zunahme der Auslandsschulden bei. Experten warnen, dass eine solch hohe Schuldenlast langfristig die finanzielle Handlungsfähigkeit des Landes einschränken und die Abhängigkeit von internationalen Gläubigern verstärken könnte.
Der IWF betont, dass die Prognosen unter Annahme fortgesetzter wirtschaftlicher Reformen und stabiler Rohstoffpreise erstellt wurden. Sollten sich jedoch externe Schocks wie fallende Ölpreise oder verzögerte Reformen einstellen, könnte die Lage noch angespannter werden. Gabun, traditionell ein Ölexporteur, bleibt wirtschaftlich anfällig für Preisschwankungen auf den Weltmärkten.
Auswirkungen auf Entwicklung und Investitionen
Ein zunehmend verschuldeter Staatshaushalt könnte zukünftige Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit beeinträchtigen. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Regierung, die Einnahmen durch Diversifizierung der Wirtschaft und Verbesserung der Steuererhebung zu stärken. Die Behörden in Libreville haben in der Vergangenheit bereits Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung angekündigt, deren Umsetzung nun auf dem Prüfstand steht.
Quellen: Daba Finance