Die neue Saison der 3. Fußball-Liga beginnt am Freitagabend mit dem Eröffnungsspiel zwischen Waldhof Mannheim und Fortuna Düsseldorf – einem der traditionsreichsten Klubs aus Nordrhein-Westfalen. Für die Fortunen, die nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga in die dritte Liga zurückkehren, ist es eine Chance zur Neuausrichtung. Gleichzeitig wirft der Saisonstart ein Schlaglicht auf eine auffällige Entwicklung: In der gesamten Liga ist kein einziger Verein aus den neuen Bundesländern vertreten.
Seit dem Abstieg des 1. FC Magdeburg aus der 3. Liga am Ende der Vorsaison fehlt jede ostdeutsche Präsenz in der dritten Fußball-Ebene. Experten sprechen von einem „Aussterben“ des Ostfußballs auf diesem Niveau. Gründe dafür liegen unter anderem in der schwächeren finanziellen Basis, der Abwanderung junger Talente in den Westen und strukturellen Defiziten in der Nachwuchsarbeit. Der Fokus der Liga liegt zunehmend auf westdeutschen und süddeutschen Regionen.
Für Fortuna Düsseldorf bedeutet die neue Saison vor allem sportliche Wiedergutmachung. Nach turbulenten Monaten mit Trainerwechseln und sportlichem Tief will der Klub den direkten Wiederaufstieg anstreben. Die Heimspiele im Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena werden auch diesmal wieder Zehntausende Fans anziehen – ein Kontrast zu den oft leereren Rängen in ostdeutschen Stadien der dritten Liga.
Die Abwesenheit ostdeutscher Verein könnte sich langfristig auf die nationale Vereinsstruktur auswirken. Ohne Sichtbarkeit in den Profiligenen droht ein weiterer Rückgang der Zuschauerzahlen und Sponsoreninteressen in den neuen Bundesländern. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) steht unter Druck, strukturelle Förderprogramme zu überdenken – auch im Interesse der bundesweiten Gleichwertigkeit der Regionen im deutschen Fußball.
Quellen: ntv – Nachrichten