Im Februar 2025 erschütterte ein tödlicher Anschlag eine friedliche Demonstration der Gewerkschaft Verdi in München. Farhad N. fuhr mit seinem Fahrzeug gezielt in den Demonstrationszug und tötete dabei zwei Menschen. Dutzende weitere wurden verletzt, einige schwer. Nun steht am Münchner Oberlandesgericht das Urteil in dem hochaufmerksamen Verfahren an.
Dem Angeklagten werden zweifacher Mord und versuchter Mord vorgeworfen. Während der Verhandlungen zeigte sich, dass die Tat nicht spontan geschah, sondern möglicherweise vorsätzlich geplant war. Die Ermittlungen ergaben, dass N. vor der Tat gezielt das Gelände erkundet hatte. Dennoch bleibt sein Motiv bis heute unklar – weder politische noch religiöse Hintergründe konnten eindeutig belegt werden.
Die Opfer, ein 34-jähriger Gewerkschafter und eine 28-jährige Demonstrantin, waren seit Jahren in der sozialen Bewegung aktiv. Ihre Ermordung löste bundesweit Entsetzen aus und führte zu Diskussionen über den Schutz von Demonstrationen vor Anschlägen mit Fahrzeugen. In Bayern wurden seitdem Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen überarbeitet.
Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft. Die Verteidigung argumentiert mit eingeschränkter Schuldfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen. Das Gericht muss nun entscheiden, ob die Tat als terroristisch motiviert gilt oder in den Bereich schwerer Gewaltkriminalität fällt. Das Urteil wird voraussichtlich weitreichende juristische und gesellschaftliche Folgen haben.
Quellen: ZDF Heute – Nachrichten