Im niedersächsischen Stade ermittelt die Justiz weiterhin indirekt im Fall einer schweren Vorwürfe betreffend eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung gegen ein 14-jähriges Mädchen. Laut Angaben der Anwältin der Familie soll das Mädchen sich im Umfeld eines Jugendzentrums in Stade in einer Nacht Mitte vergangenen Jahres von drei männlichen Jugendlichen sexuell missbraucht worden sein. Obwohl die Polizei zunächst Ermittlungen aufnahm, stellte die Staatsanwaltschaft Stade das Verfahren nun ein – aus Mangel an hinreichenden Beweisen.
Die Entscheidung sorgt für Empörung bei den Angehörigen des Opfers. Die juristische Vertretung der Familie hat bereits formelle Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens eingelegt. „Es ist ein schwerer Schlag für das Vertrauen in die Justiz“, so die Anwältin gegenüber Medien. Sie kritisiert zudem, dass die Aussagen des Mädchens nicht ausreichend gewürdigt worden seien und fordert eine Wiederaufnahme der Ermittlungen unter unabhängiger Beteiligung.
Der Fall wirft erneut Fragen nach dem Umgang mit sexualisierten Gewaltvorwürfen gegen Minderjährige auf. In Niedersachsen wurde in den vergangenen Jahren wiederholt über Defizite in der polizeilichen und staatsanwaltlichen Aufarbeitung solcher Delikte diskutiert. Die Landesregierung hatte zuletzt Maßnahmen zur Verbesserung der Opferunterstützung angekündigt, doch Betroffenenverbände sprechen von zu langsamen Fortschritten.
Das Jugendzentrum, in dessen Umfeld der Vorfall stattgefunden haben soll, distanzierte sich von den Tatvorwürfen und betonte, man kooperiere eng mit den Behörden. Gleichzeitig werde das Haus verstärkt auf Sicherheitskonzepte prüfen. Die Stadt Stade äußerte sich bislang nicht öffentlich. Die weitere juristische Entwicklung hängt nun von der Prüfung der Beschwerde durch die zuständige Aufsichtsbehörde ab.
Quellen: Welt Online