Die anhaltende Trockenheit in Deutschland trifft Nordrhein-Westfalen besonders hart: Auf dem Rhein und seinen Nebenflüssen sinken die Wasserstände auf kritische Tiefen, was die Schifffahrt erheblich beeinträchtigt. Angesichts der Lage hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für heute ein Krisentreffen nach Bonn einberufen, um gemeinsam mit Vertretern der Industrie, der Schifffahrt und der Wasserwirtschaft Lösungen zu erörtern.
Die Situation auf dem Rhein ist besorgniserregend – an mehreren Messstationen liegen die Pegelstände weit unterhalb des Normalwerts. Bei Kaub im Rheintal wurden zuletzt nur noch 30 Prozent der üblichen Durchflussmenge gemessen. Für die Binnenschifffahrt bedeutet dies, dass Lastkähne nur noch stark reduziert beladen werden dürfen, um nicht auf Grund zu laufen. Das führt zu erheblichen Verzögerungen und Mehrkosten in der Logistikkette.
Industrie- und Schifffahrtsverbände haben vor dem Treffen klare Forderungen erhoben: Dazu zählen die vorübergehende Freigabe von Notentnahmen aus Stauseen, die Optimierung der Schifffahrtsführung und eine bessere Koordination zwischen Bund und Ländern. Besonders betroffen ist die chemische Industrie am Rhein, die auf zuverlässige Transportwege für Rohstoffe angewiesen ist.
Experten warnen, dass sich solche Niedrigwasserphasen künftig häufen könnten, wenn der Klimawandel weiter fortschreitet. Auch Nordrhein-Westfalen muss sich daher auf häufigere Extremsituationen einstellen – nicht nur im Sommer 2026, sondern als strukturelles Problem der kommenden Jahrzehnte.
Quellen: Spiegel Online – Schlagzeilen