Im Kölner Stadtzentrum hat die Entdeckung einer Blindgängerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg für Aufruhr gesorgt. Bei Niedrigwasser im Rhein wurde eine 250 Kilogramm schwere US-amerikanische Sprengbombe entdeckt, die am Mittwochvormittag von Experten des Kampfmittelräumdienstes identifiziert wurde. Die Bombe liegt in der Nähe des Kölner Medienhafens, unweit der Sendeanstalten von RTL und ntv.
Wegen der geplanten Entschärfung im Laufe des Nachmittags wurde eine Evakuierungszone eingerichtet. Rund 500 Anwohner in einem Radius von etwa 500 Metern um den Fundort wurden aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Auch Mitarbeiter der betroffenen Sender mussten vorübergehend ihre Büros räumen. Die Evakuierung verlief weitgehend geordnet, wie die Kölner Polizei mitteilte.
Die Entschärfung wird von Spezialisten des Landesbetriebs Straßen.NRW und des Kampfmittelräumdienstes Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Aufgrund der Lage im Rheinuferbereich und der Nähe zu dicht besiedelten Stadtteilen wurde besondere Vorsicht angemahnt. Die Behörden rechnen mit einer mehrstündigen Sperrung von Straßen und Rheinabschnitten.
Die Entdeckung von Kriegsblindgängern ist in deutschen Flüssen besonders bei niedrigem Wasserstand keine Seltenheit. Der aktuelle Hitzesommer hat zu extremen Niedrigwasserständen geführt, wodurch immer wieder historische Munition freigelegt wird. In den ersten acht Monaten des Jahres wurden allein in Nordrhein-Westfalen über 30 größere Kampfmittel gefunden.
Quellen: FAZ Online, ntv – Nachrichten