Bei der Sanierung des historischen Bolongaropalastes in Frankfurt am Main sind Archäologen auf eine bedeutende römische Fundstelle gestoßen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, wurde im Zuge der Baumaßnahmen eine gut erhaltene römische Latrine freigelegt, die Einblicke in das hygienische und soziale Leben der römischen Garnison in der Provinz Germania magna ermöglicht. Der Bolongaropalast, der als ehemaliges Verwaltungs- und Gerichtsgebäude der Stadt diente, steht auf einem Areal, das bereits seit Jahrhunderten von militärischer und ziviler Bedeutung ist.
Die römische Latrine, ein mehrsitziges Gemeinschafts-WC, war Teil einer größeren Lageranlage, die im 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. genutzt wurde. Laut Experten sind solche Funde selten so gut erhalten, da Holz- und Steinbauten aus dieser Zeit oft durch spätere Bebauung zerstört wurden. Die Archäologen sichern derzeit auch organische Rückstände, die Aufschluss über Ernährung, Gesundheit und Krankheiten der damaligen Bevölkerung geben können. Besonders interessant sind mikroskopische Spuren von Parasiten, Pflanzenresten und Keramikbruchstücken, die im Abflusssystem entdeckt wurden.
Die Entdeckung unterstreicht die langjährige historische Bedeutung Frankfurts als Knotenpunkt römischer Handels- und Militärwege. Die Stadt liegt in der Nähe der alten Römerstraße zwischen Mogontiacum (Mainz) und Argentoratum (Straßburg). Die weiteren Untersuchungen werden von der Landesarchäologie Hessen begleitet. Nach Abschluss der Arbeiten soll ein Teil der Latrine möglicherweise öffentlich zugänglich gemacht werden – als lebendiges Zeugnis aus der Frühgeschichte der Stadt.
Quellen: FAZ Online