In hessischen Wäldern nimmt die Ausbreitung des Götterbaums (Ailanthus altissima) weiter zu – stärker und schneller, als bisher angenommen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, hat ein Forschungsteam der Justus-Liebig-Universität Gießen neue Daten vorgelegt, die zeigen, dass die invasive Pflanzenart nicht nur städtische Brachen, sondern zunehmend auch naturnahe Wälder besiedelt. Der Götterbaum, ursprünglich aus China stammend, produziert tausende Samen pro Baum und unterdrückt durch chemische Substanzen im Boden die Keimung einheimischer Pflanzen.
Die Gießener Wissenschaftler haben ein neues Verfahren entwickelt, das mithilfe von Drohnenaufnahmen und KI-gestützter Bildanalyse die Verbreitung der Bäume präzise kartiert. Bisherige Methoden hätten die tatsächliche Ausdehnung deutlich unterschätzt, da der Götterbaum oft in schwer zugänglichen Hanglagen oder Mischbeständen wächst. Besonders betroffen sind Gebiete im Rhein-Main-Gebiet, im Vogelsberg und entlang von Bahntrassen, wo der Baum über Wind und Verkehr verbreitet wird.
Die Landesregierung wird nun aufgefordert, ein koordiniertes Bekämpfungsprogramm aufzulegen. Maßnahmen wie gezieltes Fällen, chemische Hemmung der Wurzelausläufer und Aufklärungskampagnen für Kommunen und Waldbesitzer stehen im Fokus. Experten betonen, dass nur ein flächendeckendes Monitoring und schnelles Handeln die weitere Ausbreitung stoppen können. Der Götterbaum gilt als eine der invasivsten Arten in Europa und gefährdet die biologische Vielfalt Hessens auf mittlere bis lange Sicht erheblich.
Quellen: FAZ Online