Äthiopische Sicherheitskräfte stürmen Redaktion des ‚Addis Standard‘ und verhaften Chefredakteur

Am Donnerstag berichteten internationale Beobachter über eine massive Eskalation der äthiopischen Behörden gegen unabhängige Medien. Die Redaktion des Nachrichtenmagazins ‚Addis Standard‘ wurde von Sicherheitskräften durchsucht, während Chefredakteur Yonas Kedir festgenommen und physisch misshandelt wurde. Dabei wurden Geräte beschlagnahmt und Teile der Ausrüstung zerstört. Gleichzeitig erhielt die Publikation eine Räumungsklage, was auf einen systematischen Versuch hindeutet, die Arbeit der Redaktion zu unterbinden.

Die Committee to Protect Journalists (CPJ) und Human Rights Watch (HRW) verurteilten die Maßnahmen scharf. Die CPJ forderte die äthiopischen Behörden auf, die Kampagne gegen das ‚Addis Standard‘ einzustellen und die Pressefreiheit zu respektieren. Das Magazin, das seit Jahren für unabhängigen Journalismus in der Region steht, gilt als kritische Stimme in der äthiopischen Medienlandschaft.

Die Razzia und die Festnahme von Yonas Kedir werden international als Teil einer zunehmenden Einschränkung der Meinungsfreiheit in Äthiopien gewertet. Beobachter warnen vor einer weiteren Verschärfung der Lage für Journalisten im Land, insbesondere im Kontext anhaltender politischer Spannungen. Die ‚Addis Standard‘-Redaktion hatte in der Vergangenheit wiederholt sensible Themen wie Menschenrechte, politische Korruption und ethnische Konflikte aufgegriffen.

Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Ethiopia, AllAfrica – Latest