In Berlin ist ein ungewöhnliches Projekt gestartet: Direkt vor dem Eingang eines Theaters im Stadtzentrum wurde ein kleines Freibad errichtet. Das Bad ist kostenlos zugänglich und wird aus dem Haushalt des Theaters finanziert. Die Initiative soll kulturelle Räume öffnen und gleichzeitig auf die steigende Hitze in der Stadt reagieren. Doch die Maßnahme sorgt für Diskussionen – besonders in der Politik.
Das Projekt wurde von der Theaterleitung gemeinsam mit lokalen Künstlern und Stadtplanern entwickelt. Auf einer Fläche von etwa 80 Quadratmetern entstand ein begehbares Wasserbecken mit Zierpflanzen und Sitzgelegenheiten. „Wir wollen zeigen, dass Kultur nicht nur hinter verschlossenen Türen stattfindet“, erklärte die Intendantin bei der Eröffnung. Die Besucher reagierten überwiegend positiv – viele nutzten die Gelegenheit, sich bei sommerlichen Temperaturen abzukühlen.
Trotzdem gibt es Kritik. Abgeordnete aus mehreren Parteien hinterfragen, ob öffentliche Theatermittel sinnvoll eingesetzt werden, wenn sie für ein Freibad verwendet werden. „Kultur braucht Unterstützung, aber Prioritäten müssen stimmen“, sagte ein Sprecher der Opposition. Die Senatskulturverwaltung betonte jedoch, dass das Projekt befristet sei und als temporales Kunst- und Klimaprojekt verstanden werden müsse. Es solle Diskussionen über urbane Lebensqualität anregen.
Quellen: ntv – Nachrichten