Wegen des extrem niedrigen Wasserstands am Rhein hat die Landesregierung in Rheinland-Pfalz zusammen mit dem Saarland und Nordrhein-Westfalen eine vorübergehende Aussetzung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots für Lastkraftwagen beschlossen. Die Entscheidung tritt ab diesem Wochenende in Kraft und betrifft vor allem Gütertransporte, die ursprünglich auf dem Wasserweg hätten abgewickelt werden sollen.
Das anhaltende Niedrigwasser behindert den Schiffsverkehr erheblich: Auf vielen Abschnitten des Rheins müssen Frachtschiffe ihre Ladung reduzieren, um nicht auf Grund zu laufen. Dadurch geraten wichtige Versorgungsketten unter Druck – insbesondere bei Rohstoffen wie Kohle, Mineralöl und Chemikalien. Um diesen Engpässen entgegenzuwirken, wurde nun der Übergang auf die Straße erleichtert.
Die Bundesländer Rheinland-Pfalz, NRW und das Saarland haben sich darauf verständigt, dass bestimmte Lkw-Frachten auch an Sonn- und Feiertagen befördert werden dürfen. Die Regelung gilt zunächst befristet und soll regelmäßig überprüft werden. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte bereits Anfang der Woche eine solche Maßnahme vorgeschlagen, um wirtschaftliche Ausfälle zu vermeiden.
Kritik kommt von der Gewerkschaft Verdi, die die Lockerung als Gefährdung der arbeitsrechtlichen Rechte von Lkw-Fahrern sieht. „Sonntags ist Ruhezeit, nicht nur für Pendler, sondern auch für Berufskraftfahrer“, hieß es seitens der Gewerkschaft. Dennoch sehen viele Logistikunternehmen in der Maßnahme einen notwendigen Schritt zur Stabilisierung der Transportinfrastruktur.
Quellen: FAZ Online, ntv – Nachrichten, ZDF Heute – Nachrichten, Spiegel Online – Schlagzeilen