Eine internationale Untersuchung durch Lighthouse Reports, The Financial Times und Le Monde hat Hinweise darauf gefunden, dass Uran möglicherweise illegitim über kongolesische Kobaltlieferungen nach China exportiert wurde. Die Recherche stützt sich auf ein vertrauliches Memorandum der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aus dem Jahr 2024, das damals bereits auf ungewöhnliche radioaktive Spuren in bestimmten Exportpartien hingewiesen hatte.
Der Fokus liegt auf der Kolwezi-Mine in der Provinz Katanga, die vom chinesischen Bergbauunternehmen CMOC betrieben wird und eine der weltweit wichtigsten Quellen für Kobalt darstellt. Kobalt ist ein Schlüsselrohstoff für Elektrofahrzeug-Batterien, doch die nun aufkommenden Sicherheitsbedenken könnten nicht nur die Lieferkette erschüttern, sondern auch nukleare Proliferationsrisiken aufwerfen.
CMOC widerspricht den Ergebnissen der Untersuchung und betont strenge Compliance mit internationalen Sicherheitsstandards. Das Unternehmen spricht von „spekulativen Interpretationen“ und verweist auf regelmäßige Kontrollen durch lokale und internationale Aufsichtsbehörden. Dennoch fordern Experten unabhängige Prüfungen der gesamten Exportkette, um Transparenz und Sicherheit zu gewährleisten.
Die DR Kongo besitzt reiche Bodenschätze, doch die mangelnde Regulierung und schwache staatliche Kontrolle begünstigen immer wieder Missbrauch und illegale Praktiken. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, könnte dies schwerwiegende diplomatische und wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen — insbesondere im sensiblen Bereich der Rohstoffbeschaffung für die grüne Industrie.
Quellen: AllAfrica – Business, AllAfrica – Central Africa