Laut einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Afrobarometer hat ein Großteil der Bevölkerung in Gambia ernsthaft über eine Auswanderung aus dem westafrikanischen Land nachgedacht. Die Hauptmotivation dafür sei die Suche nach besseren wirtschaftlichen Chancen im Ausland, heißt es in den Ergebnissen, die von AllAfrica am 10. August 2026 veröffentlicht wurden.
Die Studie offenbart ein tiefgreifendes Vertrauen in die eigene Regierung, was jedoch nicht mit ausreichenden Arbeitsmöglichkeiten oder wirtschaftlichem Fortschritt einhergeht. Viele junge Gambier sehen im Inland kaum Perspektiven für Bildung, Beschäftigung oder sozialen Aufstieg, weshalb Migration als einziger Weg zu einem besseren Leben erscheint.
Gleichzeitig äußerten mehrere Befragte die Ansicht, dass die gambische Regierung die Zuwanderung ausländischer Arbeitssuchender und Flüchtlinge einschränken oder ganz stoppen sollte. Diese Haltung spiegelt wachsende Sorgen wider, dass begrenzte Ressourcen und Arbeitsplätze durch externe Zuwanderung zusätzlich unter Druck geraten könnten – trotz der eigenen hohen Auswanderungsabsichten.
Die Spannung zwischen dem Wunsch vieler Gambier, das Land zu verlassen, und der gleichzeitigen Forderung nach strikteren Grenzkontrollen gegenüber Fremden verdeutlicht eine komplexe sozioökonomische Lage. Experten warnen davor, dass solange keine nachhaltigen Investitionen in Bildung, Infrastruktur und lokale Wirtschaft erfolgen, die Abwanderung qualifizierter Kräfte weiter zunehmen könnte.
Quellen: AllAfrica – Business