Lehrerin kündigt im Landkreis Leipzig: Überlastung und Abordnungen treiben Pädagogen in die Flucht

Im sächsischen Landkreis Leipzig hat eine junge Lehrerin aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen im Schulsystem ihren Dienst quittiert. In einem Interview mit dem MDR erklärte sie, warum sie diese schwierige Entscheidung traf: „Ich bin gegangen, weil mir Schule nicht egal war.“ Ihre Kündigung sei kein Zeichen von Gleichgültigkeit, sondern Ausdruck tiefer Sorge um die Zukunft des Bildungssystems.

Die Pädagogin berichtete von massiver Überlastung, ständigem Unterrichtsausfall und der Praxis der Abordnungen – bei der Lehrkräfte zeitweise an andere Schulen oder Verwaltungsaufgaben abgezogen werden. „Man wird hin und her geschoben, ohne Planungssicherheit. Der Unterricht leidet, die Schüler leiden – und wir auch“, sagte sie. An ihrer Schule fehlten mehrere Kolleg:innen, die Stellen blieben unbesetzt. Neue Lehrkräfte seien oft überfordert, weil sie von Anfang an Vollbelastung stemmen müssten.

Ihr Fall steht exemplarisch für eine wachsende Krise im sächsischen Schulsystem. Trotz Bemühungen der Landesregierung, Lehrkräfte zu gewinnen, bleibt die Personaldecke dünn. Gewerkschaften warnen seit Jahren vor einem Burn-out-Tsunami im Bildungssektor. Die kündigende Lehrerin hofft nun, dass ihre Geschichte Aufmerksamkeit schafft: „Wenn wir schweigen, wird sich nichts ändern. Und das System wird weiter bröckeln.“

Quellen: MDR – Nachrichten