Bei einer großangelegten Katastrophenschutzübung in einem Eisenbahntunnel in Thüringen sind am Wochenende erhebliche Mängel in der Notfallkette aufgedeckt worden. Simuliert wurde ein Brand in einem ICE, der im Tunnel zum Stehen kommt – doch die Realität der Einsatzkräfte sah chaotisch aus. Die Feuerwehr traf mit erheblicher Verspätung ein, technische Systeme zur Türöffnung versagten, und die Kommunikation zwischen Leitstelle und Einsatzkräften funktionierte nur unzureichend – teilweise wurde sogar per Fax kommuniziert.
Die Übung, an der mehrere Rettungsdienste, die Bundespolizei und DB-Notfallteams beteiligt waren, sollte den Ernstfall realitätsnah nachstellen. Doch laut Berichten von Einsatzleitern kam es zu stark verzögerten Meldeketten, und Koordination blieb in mehreren Phasen unklar. Besonders kritisch: Die Alarmierung von Hilfskräften erfolgte nicht digital, sondern über veraltete Kanäle. Diese Vorfälle sorgten für Empörung bei den verantwortlichen Politikern. Thüringens Innenminister zeigte sich „zutiefst besorgt“ und forderte eine umgehende Analyse der Schwachstellen.
Die Deutsche Bahn und die beteiligten Behörden gaben an, aus den Erkenntnissen zu lernen. Man sei „zerknirscht“, aber dankbar für die Aufdeckung der Defizite. Kritiker warnen jedoch, dass solche Mängel im echten Notfall Leben kosten könnten. Die Übung wirft nun Fragen nach der Modernisierung der Notfallkommunikation im Schienenverkehr auf – besonders in abgelegenen Tunneln, wo schnelle Reaktion entscheidend ist.
Quellen: ntv – Nachrichten, Spiegel Online – Schlagzeilen, Der Tagesspiegel