BEIRUT, 10. August 2026 – Ein libanesischer Richter hat am Montag den ehemaligen Gouverneur der Zentralbank, Riad Salameh, sowie einen ehemaligen Bankier wegen finanzieller Vergehen angeklagt. Zu den Vorwürfen zählen Unterschlagung und unrechtmäßige Bereicherung. Diese Anklage folgt auf eine Reihe vorheriger Ermittlungen gegen Salameh, der drei Jahrzehnte lang die libanesische Zentralbank leitete und bereits wegen anderer mutmaßlicher Vergehen festgenommen wurde.
Die Anklage gegen Salameh ist ein weiterer Schritt in einem langen Prozess, der die tiefgreifenden finanziellen und politischen Probleme des Libanon beleuchtet. Die libanesische Wirtschaft leidet unter einer schweren Krise, die durch jahrelange Misswirtschaft und Korruption verschärft wurde. Viele Bürger sehen die Anklage als unzureichend, um die systematischen Probleme des Landes zu lösen. Die Öffentlichkeit fordert nicht nur Gerechtigkeit im Fall Salameh, sondern auch umfassende Reformen im Finanzsektor, um das Vertrauen der Menschen in die Institutionen wiederherzustellen.
Die Reaktionen auf die Anklage sind gemischt. Während einige sie als Schritt in die richtige Richtung sehen, befürchten andere, dass dies lediglich eine kosmetische Maßnahme ist, um von den grundlegenden Problemen abzulenken, mit denen das Land konfrontiert ist. Die politischen und wirtschaftlichen Instabilitäten im Libanon bleiben weiterhin eine große Herausforderung für die Regierung und die Bevölkerung.
Quellen: Al-Monitor