Ein verheerendes Feuer ist am Montag in der Zawiya-Ölraffinerie im Westen Libyens ausgebrochen, nachdem die Anlage durch einen Drohnenangriff getroffen wurde. Wie die Nationale Erdölgesellschaft (NOC) mitteilte, zündete der Angriff eine Lagerstätte mit Benzin an, was zu einem Großbrand führte, der Teile der Infrastruktur schwer beschädigte. Die Raffinerie gilt als die größte noch funktionierende Einrichtung ihrer Art im Land.
Die NOC äußerte ernste Besorgnis über die anhaltende Sicherheitslage und erklärte, dass sie gezwungen sein könnte, die gesamten Operationen in Zawiya einzustellen, falls weitere Angriffe erfolgen sollten. Die Stabilität der libyschen Energieversorgung hänge entscheidend von der Sicherheit strategischer Anlagen wie dieser ab. Derzeit ist unklar, welche Gruppe für den Angriff verantwortlich ist, doch Experten vermuten militärische Akteure im Rahmen der andauernden regionalen Spannungen.
Der Vorfall unterstreicht erneut die zerbrechliche Lage in Libyen, wo seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi 2011 kein dauerhafter politischer Konsens erreicht wurde. Die Spaltung zwischen ost- und westlibyschen Machthabern führt immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die kritische Infrastrukturen gefährden. Internationale Beobachter warnen, dass solche Angriffe nicht nur die Wirtschaft des ölreichen Landes destabilisieren, sondern auch humanitäre Folgen haben können.
Quellen: Al Jazeera English